Seafile vs Bittorrent Sync

“Wenn du irgendwas hast auf der Welt, wo Change der Default ist, dann ist es sicher die IT-Industrie.”

Das ist ein Zitat von Lennart Poettering, dem Erfinder von systemd, aus dem Podcast CRE209. Dies kann ich nur bestätigen. Auch wenn mit meinem oberflächlichen IT-Wissen die Veränderung meist Ausprobieren heißt, ist es doch das, was mich immer ein Stück weiterbringt. Und vielleicht auch ein Stück schlauer macht.

Soweit zur Vorrede. Seit Ende 2014 betreibe ich einen kleinen, privaten Cloud-Server mit einem BananaPi. Die Synchronisation der Daten erfolgt mit der Community-Version der Cloud-Software Seafile. Das Ganze funktioniert auch ohne Probleme mit meinen Linux-, Windows- und Android-Clients.

Aber man muss ja mal was Neues ausprobieren (s.o.). Bittorrent Sync war mir über den Weg gelaufen. Also Seafile abgeschaltet und Bittorrent Sync installiert: Die Installation auf dem Banana Pi wird auf Youtube sehr gut erklärt, für Arch-Linux findet man alles Nötige im englischen Wiki und die Windows installiert man einfach über die Homepage von Bittorent Sync. Hat man das Prinzip des Schlüsseltausches verstanden, lassen sich die Clients untereinander problemlos verbinden. Man hat also auf allen Clients den gleichen, aktuellen Datenstand. (Natürlich müssen diese jeweils online sein.)

Bittorrent werkelt also scheinbar ebenso zufriedenstellend wie Seafile. Das Grundkonzept ist zwar etwas anders (Peer to Peer - ohne Server), wird aber wie in meinem Fall umfunktioniert: Der Server ist eigentlich ein Client, der ständig online ist.

Scheinbar deshalb, weil man auf Linux-Systemen kein Tray-Icon hat, dass die Aktivitäten anzeigt. So bleibt man immer ein Stück im Ungewissen. Es gibt zwar im Archlinux User Repository ein inoffizielles Tray-Icon, das habe ich aber nicht zum Laufen gebracht. Letzlich bin ich wieder auf Seafile zurück.

Bei Bittorrent Sync kann man zwar auf dem Server (der ja eigentlich ein Client ist) die Daten direkt mit der Shell oder dem Dateimanager bearbeiten. Dafür bietet Seafile einen internen Dateimanager und einen Webbrowser zum Verwalten der Dateien. Bei BtSync werden die Daten verschlüsselt übertragen, bei Seafile werden sie clientseitig verschlüsselt. Alles in allem halte ich (in meinem Anwendungsfall) die Opensource-Version von Seafile für die bessere Variante, zumal Bittorent Sync Closed Source ist.

Letztlich auch hier noch einmal der Hinweis: Eine eigene Cloudlösung ist keine richtige Datensicherung. Änderungen und Manipulationen auf einem Client werden automatisch und unmittelbar auf den Server übertragen. Deshalb sichere ich einmal pro Woche meinen kleinen Server auf eine externe USB-Festplatte, die dann vom System getrennt wird. Idealerweise sollte man diese noch außer Haus lagern.

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